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Saftfasten – moderates Heilfasten mit effektiven Wirkungen und vielen Vorteilen

5 Tage nur trinken 🧉 ich teste das erste Mal eine GemĂŒse- und Obst-Saftkur. Heute ist Tag 4. Aber was ist meine Intension und warum gerade mit SĂ€ften? In der schönsten aller Welten möchte ich gerne ein paar Pölsterchen loswerden 😉 aber das ist nicht das Ziel des Saftfastens. Vielmehr möchte ich meinem Körper Zeit fĂŒr natĂŒrliche Recyclingprozesse geben, wie z.B. die Autophagie, die durch das Fasten aktiviert wird.

Autophagie – was steckt dahinter?

Mein wichtigstes Ziel ist die Autophagie, ein natĂŒrlicher Prozess der Zellerneuerung, -reinigung und -regeneration. Bei der Autophagie werden beschĂ€digte Zellstrukturen erkannt und in winzig kleine Bausteine zerlegt 🔹 , die entweder wiederverwendet oder ĂŒber den Stoffwechsel abgebaut werden. Ziel der Autophagie ist es vor allem, den Organismus vor Krankheitserregern zu schĂŒtzen (1).

Wissenschaftlich ist noch nicht geklĂ€rt, wann die Autophagie einsetzt. GrundsĂ€tzlich setzt Autophagie ein, wenn unser Insulinspiegel konstant niedrig bleibt (2). Aus wissenschaftlicher Sicht entfaltet sich die volle Wirkung nach einen konstant niedrigen Insulin-Spiegel von ca. 48 bis 72 Stunden ⏰. Aus diesem Grund gilt mehrtĂ€giges Fasten als Top Auslöser fĂŒr die Zellerneuerung (3).

Vorteile einer Saftkur

Um die Vorteile der Autophagie zu nutzen, brauchst du nicht auf vitalstoffreiche ErnĂ€hrung zu verzichten. SĂ€fte liefern zahlreiche natĂŒrliche Vitalstoffe, Enzyme und Antioxidantien đŸ„‘đŸŽđŸ‹. Sie versorgen dich mit sekundĂ€ren Pflanzenstoffen, bioverfĂŒgbaren Mineralstoffen sowie wertvollem Wasser aus der frischen Frucht oder dem frischen GemĂŒse.

SĂ€fte kurbeln den Stoffwechsel an, unterstĂŒtzen den Abbau von Übergewicht und leiten effektiv Entgiftungsprozesse ein. Da SĂ€fte sehr schnell verdaut werden und nur wenige Ballaststoffe enthalten, gelangen die NĂ€hr- und Vitalstoffe in wenigen Minuten in deine Zellen und können dort Reparatur- und Heilprozesse ✹unterstĂŒtzen und beschleunigen.

Warum eine Saftkur und nicht das ganze GemĂŒse oder die ganze Frucht?

  • SĂ€fte entlasten dein Verdauungssystem: Isst du einen Apfel 🍏 oder eine Möhre đŸ„•, dann ist ein Teil der MikronĂ€hrstoffe an die enthaltenen Faserstoffe gebunden. In aufwĂ€ndiger Verdauungsarbeit – abhĂ€ngig davon, wie gut du gekaut hast – mĂŒssen nun die MikronĂ€hrstoffe von den Faserstoffen getrennt werden. Dies gelingt nie vollstĂ€ndig. Leidest du dann auch noch an Verdauungsproblemen, können noch weniger der Vitalstoffe genutzt werden.
  • SĂ€fte werden in Minutenschnelle verdaut: Schon in wenigen Minuten gelangen die Vitalstoffe in die Zellen – und das, ohne jegliche Verdauungsenergie verschwendet zu haben 👍. Die eingesparte Energie kann jetzt sehr viel sinnvoller fĂŒr die Entgiftung und Schlackenausleitung eingesetzt werden.
  • SĂ€fte liefern viel mehr Vitalstoffe: DarĂŒber hinaus kann der Organismus ĂŒber frisch gepresste SĂ€fte mit sehr viel mehr Vitalstoffen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt werden als mit der ganzen Frucht oder dem ganzen GemĂŒse. Dir wĂŒrde es sicher schwerfallen, tĂ€glich Mengen von rohen Möhren, Äpfeln, Avocados, Spinat, Gurke, GrĂŒnkohl, Ananas, Staudensellerie usw. zu essen und all das auch noch intensiv zu kauen 😃. In Form von Saft jedoch kein Problem.

SĂ€fte und die Wissenschaft

SĂ€fte und ihre positiven Auswirkungen auf unseren Organismus sind keine unbewiesene Maßnahme aus der Naturheilkunde. Viele Auswirkungen von SĂ€ften auf die Gesundheit wurden lĂ€ngst wissenschaftlich bestĂ€tigt, wie die folgenden Forschungsergebnisse zeigen:

  • Möhrensaft senkt den Blutdruck

Forscher der Kingsville University in Texas veröffentlichen 2011 im Fachmagazin Nutrition Journal eine Studie (4). Sie stellten fest, dass das Trinken von tĂ€glich einem halben Liter frisch gepressten Möhrensaftes ĂŒber drei Monate hinweg sowohl den Blutdruck (den systolischen Wert) senken und ganz signifikant den Antioxidantienstatus der Testpersonen erhöhen konnte🌟 .

  • Rote-Bete-Saft und Spinatsaft senken den Blutdruck und schĂŒtzen die GefĂ€ĂŸe

Bei Rote-Bete-Saft oder auch Spinatsaft bist du vielleicht misstrauisch, weil du dir Sorgen um die teilweise hohen Nitratgehalte machst. Hier ist zu berĂŒcksichtigen, dass biologisch angebaute Rote Bete oder Bio-Spinat deutlich weniger Nitrat enthalten als konventionell erzeugte GemĂŒse. In der konventionellen Landwirtschaft werden große Mengen stark nitrathaltiger KunstdĂŒnger eingesetzt, deren Nitrat sich im GemĂŒse anreichert. GemĂ€ĂŸigte Nitratmengen findet man jedoch genauso in Bio-GemĂŒse – und das ist auch gut so.

Denn Nitrat hat auch Vorteile: Nitrat wird wĂ€hrend der Verstoffwechslung zu Stickstoffmonoxid abgebaut, das fĂŒr seine gefĂ€ĂŸschĂŒtzende Wirkung bekannt ist. In einer Studie mit Rote-Bete-Saft stellte sich heraus, dass der Saft sowohl den systolischen als auch den diastolischen Wert des Blutdrucks signifikant senken konnte (5) – und zwar schon ab 100 Gramm Saft und ĂŒber eine Dauer von 24 Stunden đŸ€©. Statement der Wissenschaftler: Unsere Daten bestĂ€tigen erneut die herzschĂŒtzenden und blutdrucksenkenden Auswirkungen von nitratreichen GemĂŒsesorten.

  • Orangensaft schĂŒtzt vor der Polyarthritis

Auch zu frisch gepresstem Orangensaft gibt es wissenschaftliche Ergebnisse. Das regelmĂ€ĂŸige Trinken von frisch gepresstem Orangensaft 🍊 fĂŒhrt aufgrund seines Vitalstoffgehalts zu einer besseren Immunlage des Körpers. Schon im Jahre 2005 zeigte sich in einer Studie der UniversitĂ€t von Manchester, Großbritannien, dass frisch gepresster Orangensaft – ab einem Glas pro Tag – auch eine entzĂŒndungshemmende Wirkung ausĂŒbt und infolgedessen sogar das Risiko reduzieren kann, an der sog. Polyarthritis, einer chronischen GelenkentzĂŒndung, zu erkranken (6).

Mein bisheriges Fazit nach 3 Tagen

Ich wundere mich, dass ich fast gar keinen Hunger habe. NatĂŒrlich habe ich Lust auf etwas zu „Beißen“ – im wahrsten Sinne des Wortes 😋. Am 2. Tag zeigten sich Kopfschmerzen, ein Zeichen der Entgiftung des Körpers. Hier habe ich allerdings den Fehler gemacht, dass ich das Glaubersalz am ersten Tag nicht eingenommen habe. Dann wĂ€ren die Giftstoffe aus dem Darm ausgeleitet worden und hĂ€tten sehr wahrscheinlich nicht zu den Kopfschmerzen gefĂŒhrt. Das habe ich dann nachgeholt.

Sonst bin ich fit, sogar Sport đŸƒâ€â™€ïž funktioniert in gemĂ€ĂŸigter Form. Durch die vielen Vitalstoffe, Enzyme und Antioxidantien bin ich sicher, dass mein Körper gut versorgt wird.

Noch 2 Tage und dann einen Aufbautag, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich schon jetzt auf mein Glas Rotwein đŸ· freue. Und ein wenig KĂ€se
und Brot. Aber mein Körper wird recycelt sein und eine Weile mit fast allen kleinen SĂŒnden fertigwerden 🙏.

Quellen:

  1. Mizushima, N.; Levine, B. (2010), Autophagy in mammalian development and differentiation, Nature Cell Biology, Volume 12, Issue 9, p. 823-830, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3127249/.
  2. Bagherniya, M.; Butler, A. E.; […]; Sahebkar, A. (2018), The effect of fasting or calorie restriction on autophagy induction: A review of the literature, Ageing Research Reviews, Volume 47, p. 183-197, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1568163718301478?via%3Dihub.
  3. Ribeiro, M.; LĂłpez de Figueroa, P.; […]; CaramĂ©s, B. (2016), Insulin decreases autophagy and leads to cartilage degradation, Osteoarthritis and Cartilage, Volume 24, Issue 4, p. 731-739, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1063458415013709.
  4. Potter AS., et al., “Drinking carrot juice increases total antioxidant status and decreases lipid peroxidation in adults”, Nutrition Journal, 2011 Sept., (Das Trinken von Karottensaft erhöht den Gesamt-Antioxidantien-Status und reduziert die ZellschĂ€digung durch freie Radikale bei Erwachsenen)
  5. Hobbs DA., et al., “Blood pressure-lowering effects of beetroot juice and novel beetroot-enriched bread products in normotensive male subjects”, British Journal of Nutrition, 2012 Dec., (Blutdrucksenkende Auswirkungen von Rote-Bete-Saft und neuartigen mit Rote Beten angereicherten Backwaren auf mĂ€nnliche Testpersonen mit normalem Blutdruck)
  6. Pattison DJ. et al., “Choose Destination Dietary beta-cryptoxanthin and inflammatory polyarthritis: results from a population-based prospective study”, American Journal of Clinical Nutrition, 2005 Aug., (Beta-Cryptoxanthin (ein Carotinoid) in der Nahrung und entzĂŒndliche Polyarthritis: Ergebnisse aus einer bevölkerungsbezogenen prospektiven Studie)